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Sonntag, 19. Januar 2014

Die Spitze des Berges- Wochenende FBH

Das Wochenende der Heizung.

Am Freitagabend haben Anja, Tobias und ich angefangen die Heizung zu verlegen. Oben im Kinderzimmer begonnen, haben Tobi und ich uns erstmal mit den Themen Rohr, Biegemöglichkeit und Abrolltechnik befasst

Schnell wurde klar: Es gibt kein ungeeigneteres Rohr für die Fussbodenheizung als das unsere...
Dieses Verbundrohr ist einfach unfassbar starr. Es lässt sich schwer biegen, schlecht abrollen und auch das Gewicht kommt erschwerend hinzu.
Als ich damals mal auf einer Baustelle arbeitete, verlegten wir Fussbodenheizung mit einer Art Schlauch. Einem Rohr ohne diesen Metallring in der Mitte. Das Rohr damals konnte man leicht biegen ohne dass es abknickt- war leicht zu tragen und sehr einfach zum abrollen-
- unser geliefertes Verbundrohr eignet sich einfach nicht für ein schnelles Verlegen der Fussbodenheizung.
Auch mein Arbeitskollege der am Sonntag hinzukam, gelernter Gas-Wasser- und Heizungsinstallateur teilte meine Einstellung zum Rohr. Dieses derart starre Rohr ist für Wasserleitungen geeignet, nicht aber für die Fussbodenheizung.

Oben im Kinderzimmer haben wir mit einem 10cm Biegeradius begonnen, das Bild des Heizkreises sah zwar sehr gut aus, jedoch dauerte die Verlegung von einem Heizkreis mit knapp einer Stunde einfach viel zu lange.

Am Ende kamen wir am schnellsten und unproblematischsten durchs Haus, indem einer das Rohr in die Noppen drückt während ein anderer die Rolle in der Mitte des Raumes liegend mitdreht. Damit geht die Spannung des Rohres horizontal mit und legt sich in die Bahn.
Die Variante mit 'Eine Person hält die Rolle in der Mitte vertikal und dreht ab' machte keinen Sinn, da die Spannung des Rohres nach oben geht und sich letztlich das Rohr verdreht
Die Variante von ProHaus, die ultimative, die richtige *Kopf-Tisch* hat schon dreimal nicht funktioniert. Denn hier sollte man auf keinen Fall vorher abrollen, sondern mit der Rolle über die Noppenbahnen rollen und so nach und nach das Rohr einfach reindrücken. Nur versucht bitte mal selbst eine 250 Meterrolle über eine Noppenbahn zu rollen! LOL! Sorry, aber hier kann ich einfach nur die Augen verdrehen. Vor allem bei den Ecken der Räume, den Biegeradien eiert man echt rum. Die Rolle wiegt so viel, dass eine Frau die Rolle schon gar nicht halten kann- zudem ist das Rohr so starr, dass man regelmäßig beim reindrücken richtig nachhelfen muss.


Verlegeabstand 20 cm, Kinderzimmer

Durch das starre Rohr und die Biegeradien hebt sich die Noppenplatte an den Ecken sehr stark hoch. Egal wie man es versucht, egal wie man abrollt, es lässt sich einfach nicht verhindern. 
Jedoch meint unser Estrichleger, dass dies kein Problem darstellt und der Estrich die Noppenplatte nach unten drücken wird.

Irgendwann hatten wir angefangen, keine 10er Radien mehr zu verlegen, da es schlicht viel zu lange dauert. Letztlich haben wir das gesamte Erdgeschoss mit 15er oder gar 20er verlegt, um Zeit reinzuholen.


Wohnzimmer, VA 20 cm.
Hier haben wir an den Fenstern den Verlegeabstand bis auf 10cm reduziert, da dort der meiste Wärmebedarf auftreten wird. Ganz ans Fenster ran!

Küche, VA 20 cm.
Küchenzeilen haben wir ausgespart, also keine Fussbodenheizung verlegt. Denn in den Bereichen, wo später die Küchenschränke stehen, macht eine Fussbodenheizung wenig Sinn. Die Leistung verschwindet einfach unterhalb der Schränke und dank des Bodensockels kommt diese nie an. Pure Verschwendung. Nur im Bereich der zukünftigen Kücheninsel haben wir die Leitungen mit verlegt, denn hier wissen wir noch nicht genau wann und ob.

Ess- Wohnbereich.
Anja steht hier auf einem Bereich ohne Noppenplatte. Einem Bereich, vor dem Schornstein, in dem auch die letzte Lage Dämmung nicht verlegt wurde und später noch mit Folie abgeklebt werden musste. Dem Kamin! Hier wollen wir den Estrich vom Wohn-Esszimmer abtrennen und zusätzlich stärker machen lassen. Hier wird der Estrich später 9cm stark und mit einer Fuge zum Umfeld getrennt. Damit kann der Estrich unterm Kamin anders auf Wärmeeinflüsse reagieren als beim Rest. :)

Treppenhaus, VA eng!
Hier sieht man ganz gut, dass wir am Bereich des Verteilers die Noppenbahn ausgespart und mit Folie die Wanne ausgebildet haben. Hier haben wir auch alle Fussbodenheizungskreise bereits sehr eng neben der unteren Stufe verlegt. Es ergibt sich zwar teilsweise ein sehr enger Verlegeabstand von 5cm, jedoch konnten wir dies nicht verändern. Unter der Treppenstufe konnten wir nicht durch, da hier später die richtige Treppe im Estrich befestigt wird.


Flur, VA 20cm

















Gästebad, VA eigentlich 15 cm...
Nur hier glauben wir der Berechnung von der Heizungsfirma von ProHaus nicht über den Weg. wir sind uns sicher, dass diese die Trennwand und die Dusche nicht beachtet haben, denn wie auf den Bildern zu sehen lässt die Raumproportion einen 15cm Verlegeabstand schlicht nicht zu. Auch mit einem Mäander hätte es dank des Mindestkrampfbiegeradius (10cm) und der Situation der Noppen (also insgesamt ein 180°Bogen = 30cm) nicht anders ausgesehen. Man sieht ja auf dem Bild sehr gut, was ein 180° Bogen an Platz benötigt...

Oben auch gut zu sehen, die Schalung für die Duschtasse aus der Bemusterung. Hier ist Vorsicht geboten! Die Holzschalung steht auf der ersten Lage Dämmung, denn laut Herstellerangaben gehen diese von 10cm Estrich aus. Da wir nur 6cm bekommen, mussten wir die 4cm also bei der Dämmung bereits abnehmen. :( Wenn die Duschtasse dann angeschlossen ist, packen wir aber dort noch etwas Dämmung rein!




Flur Obergeschoss, Verteilerlösung: Hochkompliziert!
Was ein Krampf, hier lag ich glaube gute 2 Stunden nur auf der Seite und hab versucht alle Leitungen am Verteiler anzuschließen. Jedoch mit Erfolg, auch wenn es schlimmer aussieht als es ist. 
Kompliziert war nur das Anschließen im Bezug auf die T-Stücke und Handtuchheizkörper. Ich musste daher schon vorm Anschließen die Verteiler-T-Stücke so verändern, dass der Vor- und Rücklauf des Heizkörpers angeschlossen werden kann. Dazu hab ich mir vorher natürlich Verlegepläne gemacht, um ein Kreuzen zu verhindern.





Arbeitszimmer, VA 20 cm




Ankleide, VA 20 cm
Hier haben wir nur vom Schlafzimmer noch eine Schlaufe in die Ankleide gezogen. 

Schlafzimmer, VA 20 cm

Badezimmer, VA irgendwas..
Hier, ähnlich wie im Gästebad, sind wir uns sicher dass die Angabe über den Verlegeabstand nie und nimmer reicht. Das Verlegte Rohr mit den Widerständen wie Dusche, Trennwände und Loch für die Badewanne kommt nie an die gerechnete Länge auf dem Lieferschein rein. Nach Rückfrage bei der Firma, hat sich dies übrigens bestätigt. Diese ging davon aus, dass wir die Heizungsleitungen auch unter der Badewanne durchlegen und so kam letztlich die ermittelte Rohrlänge und der Verlegeabstand zustande. Blöd nur, dass unsere Badewanne bereits seit Anbeginn der Planung in einem Loch hängt.....
Wir haben daher versucht so eng wie nur möglich zu verlegen, aber dank des Sch*** starren Rohres und dessen Biegeradien ging einfach nicht mehr, wir können nur hoffen dass unsere guten Dämmarbeiten die fehlenden Meter an Heizungsleitungen wieder reinholen. :(





Befüllen der Heizungsleitungen!
Auch hier kam unser Ausbauhaus wieder voll zum tragen. Mein Arbeitskollege, der am Sonntag zum Helfen im Hause war um mit uns das Netz zu befüllen, hat mehr als nur einmal über die mangelnde Qualität der Heizungs-Sanitärkomponenten hergezogen. 
Es ist uns nicht möglich gewesen, jeden einzelnen Heizkreis einzeln zu befüllen. Eigentlich sollte man jeden einzelnen schließen und öffnen können, um gezielt die Luft rausdrücken zu können. Jedoch kosten die Kugelhähne wohl einfach zu viel im Standard, Hauptsache es geht schon irgendwie...
Wir konnten also lediglich den Obergeschossverteiler schließen und so im Erdgeschoss mit dem Befüllen beginnen. Dies hat natürlich dementsprechend sehr lange gedauert, bis der erste Tropfen sich durch unseren Schlauch nach draußen verirrte.

Das Gleiche noch im Obergeschoss- und Gott sei Dank- alle Leitungen waren dicht. :) JUHU!

Im Obergeschoss hatten wir natürlich große Probleme mit der Luft, denn fließt dass Wasser vom Vorlaufverteiler in die einzelnen Heizkreise, so kommen die ungleichmäßig im Rücklaufverteiler an. Dort drückt sich die Luft nicht zwangsläufig über das Hauptrohr raus sondern drückt sich gerne in einen der anderen Heizkreise. Genau aus dem Grund macht eine Trennung der Heizkreise eigentlich sehr großen Sinn. Nicht nur um das Befüllen und Entlüften zu vereinfachen, sondern auch um später einzelne Heizkreise individuell abstellen zu können.



Ich hatte mir im Baumarkt noch einen genaueren Manometer gekauft. Außerdem einen Kugelhahn und einen Übergang auf 1/2" Schlauchanschluss. 
Somit konnten wir ganz genau den Druck überprüfen, denn mit dem Manometer am Kessel kann kein Mensch was anfangen- keine Linien, keine Werte, sondern nur eine Uhr mit einem grünen Bereich.
Wie auch immer, mit dem Kugelhahn konnten wir später wieder die Wasserzuleitung schließen und ich hab für immer meinen genaueren Manometer! Klar, perfekt ist auch dieser nicht, da eigentlich für Trinkwasser, aber besser als das Ding am Kessel.
Nach drei Tagen hatten wir immer noch unseren eingestellten Druck- alles dicht. :)

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